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Mallorca Reisebericht - das historische Palma


Ein Steifzug durch das historische Palma:


Wir sind also bereits am dritten Tag an der nächstgelegenen Bushaltestelle in Santa Ponca in den mit stündlichen Intervallen fahrenden Regionalbus eingestiegen und nach Palma gefahren. Die Fahrkarte kostet € 2,--/Person. Ausstiegsstelle "Kathedrale". Im Wasser des künstlichen Sees im vorgelagerten "Parc de la Mar" mit modernen Skulpturen und einer Fontäne in der Mitte, spiegelt sich die Kathedrale - Catedral La Seu - von ihrer schönsten Seite - nämlich mit der Südfassade. An Stelle der arabischen Hauptmoschee hat hier Jaime I 1229 den Grundstein für den bedeutensten Sakralbau der Balearen, die Kirche La Seu, gelegt. Es begann mit einem königlichen Gelöbnis: König Jaime von Aragón war aufgebrochen mit Rössern und Reitern, die unchristlichen Maurein auf Mallorca das Fürchten zu lehren. Doch Sturm kam auf, als habe der Wali von Palma mit dem Satan einen Bund geschlossen. Da versprach Jaime der Gottesmutter ein stolzes Haus, sollte er jemals siegreich ins maurische Palma einziehen. Silvester 1229 eroberte Jaime die Stadt. Am Neujahrsmorgen 1230 ließ er in der Moschee das christliche Kreuz aufrichten. Doch erst 1269 unter Jaime II sollte sich das königliche Gelübde erfüllen. Im 14 Jhdt. führte man, teils mit längeren Unterbrechungen, den Bau des Kirchengebäudes fort, der erst durch die Arbeiten des berühmten spanischen Jugendstil-Architekten Gaudí 1904 seine Vollendung erfuhr. Es entstand die "Kathedrale des Lichtes" mit prunkvollen Altären, farbenprächtigen Fenstern und einer alles beherrschenden Rosette aus dem 14 Jhdt. von 12,55 m Durchmesser über dem Triumphbogen. 1.236 Einzelscheiben filtern das Licht durch diese wohl größte gotische Rosette der Welt ins Kircheninnere. Die Kapellen der Seitenschiffe glänzen mit überwiegend barocker Ausstattung. Großartig wirken die beeindruckenden Dimensionen des 3-schiffigen Kirchenraumes mit einer Höhe von 44 m, einer Länge von 12 m, den 30 m hohen Seitenschiffen und den ungewöhnlich schlanken, 22 m hohen Bündelpfeilern. Angrenzend an den nordseitigen Eingang zur Kathedrale befindet sich auch der Zugang zum Kathedralmuseum (Eintritt € 4,--/Person).

Entlang des im Reiseführers eingezeichneten Weges durch die engen, romantischen Straßen der Altstadt von Palma kann man viele interessante Bauwerke in gotischem Stil oder mit Barock- und Renaissanceelementen bewundern. Der Hauch vergangener Jahrhunderte weht durch die Gassen. Herrenhäuser zeigen ihre stolzen Fassaden, ihre anmutigen Innenhöfe, ihre gotischen Treppenaufgänge. Auch Bauwerke in arabischem Stil errichtet sind gut erhalten. Oft kann man in die geschmückten Innenhöfe (Partio) der Häuser Einblick bekommen. Unser Weg führt vorbei an Teilen der Renaissance-Stadtmauer, die schon zur Zeit der Mauren die Stadtbegrenzung darstellte. Der berühmte italienische Festungsbaumeister Gianbattista Calvi (u.a. Erbauer der Festung Ibiza Stadt) soll sie entworfen haben. Weiter geht es vorbei an den Arabischen Bädern "Banys Arabs". Ein Kultbad aus dem 10 Jhdt., das als eines der wenigen gut erhaltenen Beispiele arabischer Architektur auf Mallorca gilt. Entlang unseres Weges kann man immer wieder prächtige Kirchen besichtigen. Auch das prachtvolle Rathaus "Ajuntament" mit seinem Vordach mit farbig gefassten, kunstvollen Holzschnitzereien ist eine Sehenswürdigkeit. Der Weg führt uns weiter zum Placa Major, das urbane Zentrum Palmas, ein groß angelegtes Rechteck als Fußgängerzone mit einem unterirdischen Einkaufszentrum und einer Tiefgarage. Zahlreiche Cafés am Placa Major laden zu einer längern Pause ein. Samstagvormittag gibt es auch einen Markt. Geradeaus weiter gelangt man in die quirlige Fußgängerzone des "Carrer Sant Miquel". In der Pfarrkirche Sant Miquel steht in der Kapelle die kleine pausbäckige Madonna mit Kind - "Mare de Déu de la Salut" - die von den Palmensern sehr verehrt wird. Die zur Schutzpatronin Palmas ernannte Madonna kam in Jahr 1229 mit Jaime I. nach Mallorca. Vor ihr hielt er hier, in der ehem. Moschee, den ersten Gottesdienst und machte Mallorca damit zu einer christlichen Insel. Am Ende der Fußgängerzone befindet sich Palmas schönster Markt "Mercado Olivar". Besonders reichhaltig ist das Angebot in der optisch eindrucksvollen Fischhalle. Am "Placa d'Espanya steht das stets taubenumschwirrte Bronzedenkmal von Jaime I. An der Nordseite des Platzes ist die eine Endstation der historischen Schmalspurbahn "Roter Blitz". Sie ist die letzte Privatbahn Spaniens und Europas einzige, die schwarze Zahlen schreibt. Die einstündige Fahrt nach Sóller, der anderen Endstation, eine französisch anmutende Kleinstadt mit zahlreichen Palästen, hübschen Geschäften und Cafés, gehört zu den unvergesslichen Landschaftserlebnissen auf der Insel. Seit 1912 bietet die Eisenbahn dem Reisenden die Möglichkeit, die Mediterrane Gebirgslandschaft der Tramuntana so kennen zu lernen, wie man sie nur von diesem Schienenweg aus erleben kann.

Ein Streifzug durch das "kommerziellere" Palma:


Wieder beginnend beim Hafen bzw. der Meerespromenade führt uns der Weg vorbei am Denkmal von Ramón Llull, Mallorcas berühmtesten Sohn, vorbei an der Llotja, eines der prächtigsten Bauwerke Mallorcas, ähnlich einer Kirche, jedoch war sie als ehem. Handelsbörse, Umschlagplatz der einstigen Handels- und Seemacht Palma, vorbei am einstigen Seehandelsgericht, das im 17. Jhdt. zunächst als Nautik- und Seefahrerschule errichtet wurde, vorbei an der Placa Drassana (übersetzt: Werft-Platz), wo früher die Schiffe gezimmert wurden, die Mallorcas Waren im Mittelmeerraum verteilten. Weitere Meilensteine am Weg waren das 2004 eröffnete "Es Baluard - Museu d'Art Modern" im ehemaligen Festungsbau Bastio de San Pere. Durch belebte und verkehrsreiche Straßen gelangt man zur Placa del Rei Joan Carles I., wo eine Fontäne mit hohem Obelisk errichtet ist, der von vier kleinen Schildkröten getragen wird, der "Schildkröten-Brunnen". Auf diesem Platz haben wir bei Mc Donald's Rast gemacht. Es ging weiter vorbei an Privatpalästen, einem Theater, durch Einkaufsstraßen (Passeig des Born, Carrer Sand Jaume - ein mittelalterliches Sträßlein mit dunklem Steinpflaster, Passeig de la Rambla, Fußgängerstraße Oms). In der Kirche "Santa Magdalena" findet man authentische Stätten der einzigen weiblichen Inselheiligen Mallorcas, Catalina Tomás. Die Novizin aus Valdemossa lebte im stillen Augustinerinnenkloster ab 1552. Dieses klassizistische Bauwerk ist das Grabmal der hl. Catalina (1533-1574).

Pueblo Espanol - das spanische Dorf - Spanien auf einen Blick - Nachbildungen berühmter spanischer Bauwerke


1967 wurde das Dorf fertiggestellt. 22 Nachbildungen berühmter spanischer Bauwerke werden den Wunsch wecken, die Originale kennen zu  lernen, oder werden bei den Kennern Erinnerungen wachrufen. Ein lebendiges Museum, in dem Sie - natur-/stilgetreu verkleinert - Kirchen und Paläste, Häuser, Straßen und Plätze spanischer Städte (wieder) entdecken. Es handelt sich hier um einen in sich geschlossenen Komplex, dessen Gassen und Plätze völlig verkehrsfrei durchwandert werden können; ein Projekt des spanischen Architekten Fernando Chueca Goitia.

Einige Beispiele:
"    Puerta de Bisagra (Toledo, der Haupteingang zur Altstadt von Toledo, 1550 auf Geheiss von Kaiser Karl V. gebaut)
"    Patio de Carlos V. (Toledo, die alten Klausurräume des ehem. Dominikanerklosters von San Pedro wurden dem Märtyrer Karl V. im 16. Jhdt. erbaut.
"    Cristo de los Faroles (Córdoba, Kappuzinerkloster und kunstvolle Fassade des Krankenhauses des heiligen Jacinto, vom "Cristo de los Faroles" beherrscht, Beispiele für die wunderschönen Nächte von Córdoba)
"    Patio de los Arrayanes (Granada, schöner, typischer Teil der Alhambra, des königlichen Palastes der Nasrid Dynastie des Königreiches von Granada aus dem Jahre 1333)
"    Ermita de San Antonio de la Florida (Madrid, berühmt für ihre Fresken)
"    Torre del Oro (Sevilla, Anfang des 13. Jhdt. erbaut, diese Festung war Bestandteil der Verteidigung von "Alcázar de Sevilla" und wurde zur Beobachtung der Hafeneingänge benutzt)
"    Casa Canaria (Teneriffa, kanarisches Wohngebäude aus La Laguna, Teneriffa, mit seinem großen Holzbalkon)

Castell de Bellver - Festung am westlichen Stadtrand


Das Schloss wurde dereinst als königliche Bleibe erbaut. Mit dem Bau begonnen unter König Jaime I. und unter dem Königssohn Jaime II vollendet im Jahr 1309. Als 1349 Jaime III die Schlacht von Llucmajor gegen Pedro IV. verlor und fiel, wurde das Schloss zum Gefängnis für die Witwe und die Kinder des mallorquinischen Königs. Es verwandelte sich in eine Haftungsanstalt für Banditen und Seeräuber. Ab 1395 residierte im Kastell Joan I. und machte daraus ein wahres Lustschloss. 1521 belagerten Aufständische das Schloss, weil sich mehrere Adelige dorthin geflüchtet hatten. Sie konnten es erobern und nahmen blutige Rache am Adel. Während der Piratenüberfälle diente Bellver als Schutzburg.für die Bevölkerung. Zu Beginn des 19 Jhdt. wurde es dann wieder als Gefängnis für französische Kriegsgefangene und später für politische Häftlinge genutzt.

Die Aussicht von der kreisrunden Festungsplattform auf die Berge und die Stadt Palma ist bezaubernd.

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Informationen zum Artikel Mallorca Reisebericht - das historische Palma

Titel: Mallorca Reisebericht - das historische Palma
Rubrik: Reisen&Urlaub
Autor: Martina Tschierk
Email: tschierk@gmail.com
Datum: 2006-07-27