Mallorca Reisebericht - Ausflüge mit dem Auto
Mit dem Auto in alle Himmelsrichtungen der Insel - vom nördlichen Alcúdia, über Manacor nach Porto Cristo, durch Felanitx und Santany zu den Salzseen und den berühmten Sandstrand Playa des Trenc
Der Ort Alcúdia liegt innerhalb der fast intakten, prächtigen mittelalterlichen Stadtmauer und ist ein städtebauliches Kleinod. Funde deuten darauf hin, dass das Stadtgebiet bereits zu talayotischer Zeit besiedelt war und später Phöniker und Griechen hierher kamen. Über Treppen gelangte man auf die Stadtmauer und konnte den Rundblick genießen. Die Pfarrkirche Sant Jaume wirkt deshalb so trutzig, weil sie ursprünglich eine Eckbastion der Stadtmauer bildete. Im Zentrum besichtigten wir dann noch die hübsche Casa Consistorial (Rathaus mit Informationsbüro) von 1523, die 1929 umgebaut wurde. Hier verdient eine Noria, ein altes Wasserschöpfrad, große Beachtung. Einst war es unentbehrlich bei der Bewässerung der Huertas, bis es später von den berühmten, malloquinischen Windrädern abgelöst wurde. Außerdem ist die Puerta de Xara als östliches Tor zu Alcúdias Hafen sehenswert. Alcúdia dürfte aufgrund der zahlreichen Restaurierungen in wenigen Jahren zu den schönsten Ortschaften Mallorcas zählen.
Gegenüber der Kirche Sant Jaume befinden sich Reste der römischen Inselhauptstadt Pollentia ("die Mächtige"), die der römische Konsul Quintus Caecilius Metellus gründete und dafür den Ehrentitel "Balearicus" erhielt. Die Stadt war erfüllt von großartigen Palästen, einem Tempel, enem Theater - alles erbaut für die römischen Truppten, die von Mallorca aus die Piraterie bekämpften. Das Teatro Romano liegt am Weg nach Puerto de Alcúdia und bietet einen Weit- und Breitblick über die Bucht von Alcúdia
Manacor ist die zweitgrößte Stadt Mallorcas. Der Glockenturm der hiesigen Pfarrkirche ist noch mal 80 m höher als die Fassadentürme der Kathedrale von Palma (67,5 m). Manacor hat ein schönes historisches Zentrum mit einer einladenden Fußgängerzone. Ihren Ruhm verdankt die Stadt dem Kunsthandwerk, den Möbeln und vor allem den exklusiven Kunstperlen - den Perlas Majórica. Sie sind Exportartikel von Weltrang. Die Herstellung dieser Perlen in der Perlenfabrik ist denkbar einfach jedoch der Arbeitsablauf langwierig. Ein Kunststoffkern wird vorbereitet und mit einer Vielzahl von hauchdünner Schichten aus Fischschuppenessenzen umhüllt, indem er immer wieder in diese eingetauscht, herausgeholt, getrocknet und wieder eingetaucht wird. So entstehen Perlen, die vollkommener aussehen als die echten und nicht einmal viel preiswerter sind als diese. Dafür sind Majórica-Perlen aber unempfindlicher und haltbarer.
1,5 km südlich der Stadt Portocristo besuchten wir die eindrucksvollen stalagmiten- und stalaktitengeschmückten Tropfsteinhöhlen "Coves del Drac" mit einer Diapräsentation über den Erfinder Jule Verne und einer Höhlenführung. Fast 1 km schlendert man durch die Höhle bis zum riesigen natürlichen "Konzertsaal" am Martel-See, dem größten unterirdischen See Mallorcas, wo wir im Dunkeln ein klassisches Konzert erleben durften. 2 Musiker saßen in einem Ruderboot und trugen die Klänge vor.
In Felanitx stießen wir wieder auf einen netten Markt. Ein Stand verkaufte köstliche Hot-dogs und Créps. Unser Stadtbummel umfasste den Margareten-Brunnen am Placa de Sant Font de Santa Margalida mit einer raumgreifenden Treppenkonstruktion, die hinab zum eigentlichen Brunnen führt, die Kirche Sant Miquel mit eigener großzügigen Freitreppe und die laute Markthalle. Mehr Zeit für ein Herumschlendern wollten wir uns in der Hitze nicht nehmen, obwohl der Ort sehr geschichtsträchtig ist. Soll doch dort der Entdecker Amerikas Christoph Kolumbus geboren worden sein und zum Judentum konvertiert haben. Jeder Zweite Gemeindebürger soll jüdischer Abstammung sein. Die 25 zum Teil verfallenen Windmühlen rund um Felanitx erinnern an jene Tage, als man mit ihrer Hilfe nicht nur Wasser für die Landwirtschaft, vornehmlich Marillen- und Weinanbau, sondern auch für die vielen kleinen Handwerksbetriebe hochpumpte.
Santanyi haben wir mit dem Auto durchquert. Ihren Ruf verdankt die Stadt dem edlen Marés-Stein und den wilden Schmugglergeschichten. Der harte Sandstein, der in früheren Zeiten an der Küste abgebaut und von dort nach Palma und in andere Städte verschifft wurde und heute im Gebiet zwischen Campos und Santanyi gebrochen wird, dient zur Herstellung von schmückenden Fenster- und Türrahmen an Hausfassaden. Der Marés-Stein eignet sich auch für Reliefs und Skulpturen. In der ersten Hälfte des 20. Jhdt. versteckten die Schmuggler von Santanyi ihre Beute und Schmuggelware in den Steinbrüchen an der Küste.
Vorbei an den Salzseen, steuerten wir den bekannten Playa des Trenc, den naturbelassenen, kilometerlangen Dünenstrand am flachen kristallklaren Wasser an. Auf einer schmalen Straße (mit Gegenverkehr) fuhren wir etwa 15 Min. bis wir am gebührenpflichtigen Parkplatz anlangten. Das Parken dort kostete 6,--, was wir uns für 3 Stunden baden nicht leisten wollten. So fuhren wir auf der Straße wieder zurück und versuchten in Colonia St. Jordi unser Glück, einen Badestrand zu finden. Wir haben leider erfolglos die beiden weiten, von schattigen Pinienwäldern eingefassten Sandbuchten mit kristallklarem Wasser gesucht. Entlang des Promenadensteges gab es nur zerkluftete Felsen. Wir haben beschlossen in Illetas - also schon Nahe bei uns zu Hause - ein paar Bademomente zu verbringen.
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Informationen zum Artikel Mallorca Reisebericht - Ausflüge mit dem Auto
Titel: Mallorca Reisebericht - Ausflüge mit dem AutoRubrik: Reisen&Urlaub
Autor: Martina Tschierk
Email: tschierk@gmail.com
Datum: 2006-07-27